Web-Frontend entwickeln
Web-Frontend entwickeln
Zweck und Geltungsbereich
Diese Seite beschreibt die HTML-/JavaScript-Anbindung eines Web-Frontends an `megbes-external`. Sie basiert auf den Controllern und Request-Modellen des aktuellen MegBes-Repositorys. Vor der Freigabe eines Frontends muss trotzdem geprüft werden, welcher MegBes-Release im betreffenden Projekt installiert ist.
Das Frontend spricht ausschließlich `megbes-external` an. Direkte Browseraufrufe an `megbes-internal` sind nicht vorgesehen.
Browser → HTTPS → megbes-external → megbes-internal → UDP → Station
Vor Beginn festlegen
| Wert | Bedeutung | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| API-Basisadresse | HTTPS-Adresse der projektspezifischen External-Instanz | Projektkennung | Wert für `prSc`; gegen den eingesetzten Release und die Projektkonfiguration prüfen | Sicherheitsmodus | ohne Authentifizierung oder zentrale Ticket-/Benutzerauthentifizierung | Stationssteuerung | extern oder durch `megbes-internal` kontrolliert | Token-Header | Wert der Laufzeitkonfiguration `jwt.header`; nicht pauschal `Authorization` annehmen | Stationsnummern | freigegebene Stationen des Projekts | Stationsbefehle | projektspezifische Befehle, die die jeweilige Station tatsächlich versteht |
Domains, Headername, Projektkennung, Stationsnummern und Befehle dürfen nicht ungeprüft von einem anderen Projekt übernommen werden.
API-Übersicht
| Methode und Pfad | Zweck | Berechtigung | Erfolgsantwort |
|---|---|---|---|
| `GET /info` | vom Server empfangenen User-Agent prüfen | frei | `200` mit User-Agent |
| `POST /authenticate` | Ticket-Monitor administrativ authentifizieren | frei; benötigt Header `customer` und `authId` | `200` und `{ "id": "..." }` |
| `GET /verify-admin` | Administrationskennung prüfen | ADMIN | `200` |
| `GET /ticket` | Ticketcode erzeugen oder vorhandenen unbenutzten Code abrufen | ADMIN | `200` und `{ "id": "......" }` |
| `POST /enter-system` | Ticketcode einmalig aktivieren | frei | `200` |
| `GET /verify` | aktivierte Benutzerkennung prüfen | USER oder ADMIN | `200` |
| `GET /media-station?station=...` | Benutzer an Station anmelden | USER oder ADMIN | `200` |
| `GET /media-station/status/{stationNumber}` | Stationszustand abrufen | USER oder ADMIN; nur bei intern kontrollierten Stationen | `200` und `{ "stationStatus": "..." }` |
| `POST /video-command` | einen oder mehrere UDP-Befehle senden | ohne Security frei, sonst USER oder ADMIN | Antwort von `megbes-internal` |
| `DELETE /media-station` | Benutzer abmelden und Station zurücksetzen | USER oder ADMIN | `200` |
Wichtige Authentifizierungsregel
MegBes liefert dem Browser beziehungsweise Ticket-Monitor eine Pseudo-ID. Der eigentliche JWT verbleibt serverseitig. Bei geschützten Folgeaufrufen sendet das Frontend die Pseudo-ID als Wert des projektspezifisch konfigurierten Token-Headers.
<konfigurierter-token-header>: <Pseudo-ID>
Der Headername stammt aus `jwt.header`. Er darf im Frontend nicht geraten werden. Die Pseudo-ID ist wie eine Sitzungskennung zu behandeln: nicht protokollieren, nicht in URLs anhängen und nicht ins Wiki kopieren.
Request-Modelle
System betreten
`POST /enter-system`
<syntaxhighlight lang="json">
{
"systemCode": "123456"
} </syntaxhighlight>
`systemCode` darf nicht leer sein. Ein unbekannter oder bereits verwendeter Code ergibt `401 Unauthorized`.
Stationsbefehl
`POST /video-command`
<syntaxhighlight lang="json">
{
"prSc": "<Projektkennung>", "statNoCommands": [ "12-play" ]
} </syntaxhighlight>
Regeln des aktuellen Request-Modells:
- `prSc` ist Pflicht und darf nicht leer sein.
- `statNoCommands` ist eine nicht leere Liste.
- Jeder Listeneintrag folgt `\d{0,3}-[0-9a-zA-Z]{2,20}`.
- Vor dem Bindestrich sind damit null bis drei Ziffern zulässig; für produktive Stationsbefehle soll eine eindeutige, im Projekt dokumentierte Stationsnummer verwendet werden.
- Nach dem Bindestrich sind zwei bis zwanzig ASCII-Buchstaben oder Ziffern zulässig.
- Ob ein formal gültiger Befehl fachlich unterstützt wird, entscheidet die jeweilige Stationssoftware.
Beispiele wie `12-play` sind nur Formbeispiele und keine globale MegBes-Befehlsliste.
Empfohlener JavaScript-API-Client
Die Netzwerkanbindung soll an einer Stelle gekapselt werden. Dadurch bleiben Fehlerbehandlung, Header und JSON-Verarbeitung konsistent.
<syntaxhighlight lang="javascript">
const megBesConfig = Object.freeze({
apiBase: "https://<projekt>.megbes.de", projectCode: "<PROJEKTKENNUNG>", tokenHeader: "<WERT-AUS-jwt.header>"
});
class MegBesError extends Error {
constructor(message, status, responseBody) {
super(message);
this.name = "MegBesError";
this.status = status;
this.responseBody = responseBody;
}
}
async function megBesRequest(path, {
method = "GET",
token = null,
body = undefined,
headers = {}
} = {}) {
const requestHeaders = new Headers(headers);
if (token) {
requestHeaders.set(megBesConfig.tokenHeader, token);
}
if (body !== undefined) {
requestHeaders.set("Content-Type", "application/json");
}
let response;
try {
response = await fetch(`${megBesConfig.apiBase}${path}`, {
method,
headers: requestHeaders,
body: body === undefined ? undefined : JSON.stringify(body),
cache: "no-store"
});
} catch (cause) {
throw new MegBesError("MegBes ist nicht erreichbar.", 0, cause);
}
const contentType = response.headers.get("content-type") || "";
const responseBody = contentType.includes("application/json")
? await response.json()
: await response.text();
if (!response.ok) {
throw new MegBesError(
`MegBes-Aufruf fehlgeschlagen (${response.status}).`,
response.status,
responseBody
);
}
return responseBody;
} </syntaxhighlight>
Variante A: Frontend ohne Authentifizierung
Diese Variante existiert nur, wenn `megbes.security` für die External-Instanz nicht aktiviert ist. Das Frontend darf diesen Modus nicht anhand eines fehlgeschlagenen Loginversuchs erraten; er wird vor der Entwicklung projektspezifisch festgelegt.
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function sendCommandWithoutAuthentication(station, command) {
return megBesRequest("/video-command", {
method: "POST",
body: {
prSc: megBesConfig.projectCode,
statNoCommands: [`${station}-${command}`]
}
});
} </syntaxhighlight>
Auch ohne MegBes-Authentifizierung muss die External-Instanz ausschließlich über HTTPS angesprochen werden. Welche Personen die Seite erreichen dürfen, ist außerhalb von MegBes abzusichern.
Variante B: Ticket-Monitor
1. Ticket-Monitor authentifizieren
Der Ticket-Monitor ruft `POST /authenticate` mit den Headern `customer` und `authId` auf. Zusätzlich prüft MegBes den User-Agent gegen die Projektkonfiguration.
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function authenticateTicketMonitor(customer, authId) {
const response = await megBesRequest("/authenticate", {
method: "POST",
headers: {
customer,
authId
}
});
return response.id;
} </syntaxhighlight>
`authId` ist ein Geheimwert und darf nicht fest in ausgelieferter Browser-JavaScript-Datei stehen. Wenn der Ticket-Monitor nur statische öffentliche Dateien ausliefert, ist dieses Verfahren sicherheitlich neu zu bewerten. Die Kennung gehört in eine geschützte Laufzeitumgebung oder einen vertrauenswürdigen lokalen Dienst.
2. Ticketcode abrufen
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function getTicket(adminToken, customer, ticketMonitorNumber) {
const query = new URLSearchParams({
customer,
ticketMonitorNumber: String(ticketMonitorNumber)
});
const response = await megBesRequest(`/ticket?${query}`, {
token: adminToken
});
return response.id;
} </syntaxhighlight>
Der gelieferte Code ist im aktuellen Stand sechsstellig. Das Frontend soll ihn als String behandeln, damit eine führende Null nicht verloren geht.
Variante C: Besucher- oder Guide-Frontend mit Ticketcode
1. Code aktivieren
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function enterSystem(systemCode) {
await megBesRequest("/enter-system", {
method: "POST",
body: { systemCode }
});
return systemCode;
} </syntaxhighlight>
Nach erfolgreichem Eintritt dient derselbe Code als Pseudo-ID für die weiteren Aufrufe. Ein Ticketcode kann nur einmal aktiviert werden.
2. Kennung prüfen
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function verifyUser(userToken) {
await megBesRequest("/verify", { token: userToken });
return true;
} </syntaxhighlight>
3. An Station anmelden
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function loginStation(userToken, stationNumber) {
const query = new URLSearchParams({ station: String(stationNumber) });
await megBesRequest(`/media-station?${query}`, { token: userToken });
} </syntaxhighlight>
Im intern kontrollierten Modus ist die Stationsnummer zwingend. Ein `401` kann neben einer ungültigen Kennung auch bedeuten, dass die Station belegt ist oder die Stationsanmeldung abgelehnt wurde. Die Bedienoberfläche darf deshalb nicht automatisch behaupten, der Ticketcode sei falsch.
4. Optional Stationsstatus prüfen
Dieser Endpunkt ist nur verfügbar, wenn `megbes.internal.station.controlled=true` gilt.
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function getStationStatus(userToken, stationNumber) {
const response = await megBesRequest(
`/media-station/status/${encodeURIComponent(stationNumber)}`,
{ token: userToken }
);
return response.stationStatus;
} </syntaxhighlight>
Der aktuelle Code verwendet unter anderem die Zustände `OPEN`, `IDLE`, `REMOTE` und `TOUCHSCREEN`. Die Oberfläche soll unbekannte künftige Werte neutral anzeigen und nicht abstürzen.
5. Befehl senden
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function sendCommand(userToken, stationNumber, command) {
return megBesRequest("/video-command", {
method: "POST",
token: userToken,
body: {
prSc: megBesConfig.projectCode,
statNoCommands: [`${stationNumber}-${command}`]
}
});
} </syntaxhighlight>
6. Station abmelden
<syntaxhighlight lang="javascript">
async function logoutStation(userToken) {
await megBesRequest("/media-station", {
method: "DELETE",
token: userToken
});
} </syntaxhighlight>
Die Abmeldung soll über eine sichtbare Bedienhandlung und bei regulärem Abschluss erfolgen. Ein Aufruf in `beforeunload` ist allein nicht zuverlässig, da Browser ausstehende Requests beim Schließen abbrechen können. Der projektspezifische Stations-Timer bleibt daher als Rückfallebene erforderlich.
Vollständiger Ablauf eines Besucher-Frontends
<syntaxhighlight lang="javascript">
let userToken = null; let activeStation = null;
async function startSession(systemCode, stationNumber) {
userToken = await enterSystem(systemCode); await verifyUser(userToken);
// Nur im intern kontrollierten Modus vorab verwenden. // const status = await getStationStatus(userToken, stationNumber);
await loginStation(userToken, stationNumber); activeStation = String(stationNumber);
}
async function play(command) {
if (!userToken || !activeStation) {
throw new Error("Keine aktive MegBes-Station.");
}
await sendCommand(userToken, activeStation, command);
}
async function endSession() {
if (userToken && activeStation) {
await logoutStation(userToken);
}
userToken = null;
activeStation = null;
} </syntaxhighlight>
Minimales HTML-Beispiel
Das Beispiel zeigt die Struktur, ist aber ohne projektspezifische Werte und Gestaltung nicht produktionsfertig.
<syntaxhighlight lang="html">
<!doctype html> <html lang="de"> <head>
<meta charset="utf-8"> <meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1"> <title>MegBes-Steuerung</title>
</head> <body>
<main>
<form id="login-form">
<label for="code">Ticketcode</label>
<input id="code" name="code" inputmode="numeric" autocomplete="one-time-code" required>
<label for="station">Station</label>
<input id="station" name="station" inputmode="numeric" required>
<button type="submit">Station verbinden</button> </form>
<section id="controls" hidden>
<button type="button" data-command="play">Start</button>
<button type="button" data-command="stop">Stopp</button>
<button type="button" id="logout">Beenden</button>
</section>
</main>
<script src="megbes-api.js"></script>
<script>
const form = document.querySelector("#login-form");
const controls = document.querySelector("#controls");
const message = document.querySelector("#message");
form.addEventListener("submit", async event => {
event.preventDefault();
message.textContent = "Verbindung wird hergestellt ...";
try {
await startSession(form.code.value.trim(), form.station.value.trim());
controls.hidden = false;
message.textContent = "Station ist verbunden.";
} catch (error) {
message.textContent = messageForMegBesError(error);
}
});
controls.addEventListener("click", async event => {
const command = event.target.dataset.command;
if (!command) return;
try {
event.target.disabled = true;
await play(command);
message.textContent = "Befehl wurde gesendet.";
} catch (error) {
message.textContent = messageForMegBesError(error);
} finally {
event.target.disabled = false;
}
});
document.querySelector("#logout").addEventListener("click", async () => {
try {
await endSession();
controls.hidden = true;
form.reset();
message.textContent = "Sitzung wurde beendet.";
} catch (error) {
message.textContent = messageForMegBesError(error);
}
});
</script>
</body> </html> </syntaxhighlight>
Die sichtbaren Befehle `play` und `stop` sind ebenfalls nur Platzhalter. Sie werden durch die freigegebenen Projektbefehle ersetzt.
Fehlerbehandlung
<syntaxhighlight lang="javascript">
function messageForMegBesError(error) {
if (!(error instanceof MegBesError)) {
return "Unerwarteter Fehler. Bitte Aufsicht informieren.";
}
switch (error.status) {
case 0:
return "MegBes ist derzeit nicht erreichbar.";
case 400:
return "Die Anfrage ist unvollständig oder ungültig.";
case 401:
return "Anmeldung, Berechtigung oder Stationsbelegung konnte nicht bestätigt werden.";
case 403:
return "Die Station ist für diese Sitzung nicht freigegeben.";
case 404:
return "Diese Funktion ist in der aktuellen Betriebsart nicht verfügbar.";
default:
return "MegBes konnte den Auftrag nicht ausführen.";
}
} </syntaxhighlight>
Keine rohen Backend-Antworten, Stacktraces, Tokens oder internen Adressen an Besucher ausgeben. Technische Details gehören in eine geschützte Diagnoseansicht oder in bereinigte Logs.
Zustands- und Bedienregeln
- Mehrfachklicks verhindern, solange ein Request läuft.
- Erst nach erfolgreicher Antwort den nächsten fachlichen Zustand anzeigen.
- Ticketcodes und Pseudo-IDs nicht in der URL oder in dauerhaftem `localStorage` speichern.
- Bei Seitenneuladung `/verify` verwenden, bevor eine bestehende Sitzung angenommen wird.
- Eine Station erst als verbunden anzeigen, wenn `/media-station` erfolgreich war.
- Bei `401` nicht automatisch einen falschen Code behaupten; auch Belegung und Projektzuordnung sind mögliche Ursachen.
- Bei unbekanntem Stationsstatus eine neutrale Fehlermeldung anzeigen.
- Bedienoberfläche tastaturbedienbar gestalten und Statusmeldungen mit `aria-live` ausgeben.
- Stationsbefehle nur aus einer festen projektspezifischen Positivliste erzeugen, nicht aus frei eingegebenem Besuchertest.
CORS und Hosting
Der aktuelle MegBes-Stand erlaubt CORS-Anfragen grundsätzlich. Das ist keine Zusage, dass jede zukünftige Instanz beliebige Origins akzeptiert. Bevorzugt werden Frontend und API unter kontrollierten HTTPS-Adressen betrieben. Ein CORS-Fehler wird nicht durch Abschalten von Browsersicherheit oder Zertifikatsprüfung umgangen.
Entwicklungs- und Abnahmetests
- `GET /info` von der vorgesehenen Hardware aufrufen.
- korrekten Sicherheits- und Stationsmodus bestätigen.
- gültigen, ungültigen, bereits benutzten und abgelaufenen Ticketcode testen.
- freie, belegte und unbekannte Station testen.
- jeden freigegebenen Stationsbefehl einzeln prüfen.
- Mehrfachklick und parallele Requests testen.
- Abmeldung und erneute Anmeldung testen.
- Browser-Neuladen sowie Neustart von Frontend-Hardware und Station testen.
- Ausfall von External, Internal und Stationsnetz jeweils getrennt simulieren.
- sicherstellen, dass keine Tokens oder Geheimwerte in URL, Konsole, Screenshot oder sichtbarer Fehlermeldung erscheinen.
- installierten External-/Internal-Release, Frontend-Version und Testergebnis auf der Projektseite dokumentieren.
Grenzen dieser Referenz
Diese Seite dokumentiert den API-Vertrag des aktuellen Repository-Stands. Projektspezifische Stationsbefehle, Gestaltung, Inhalte, Ticketdruck, Hardware-Autostart und konkrete Frontend-Dateipfade werden auf der jeweiligen Projektseite dokumentiert. Bei Abweichungen hat der tatsächlich eingesetzte Release Vorrang.
Siehe auch Web-Frontend, Bedienung und Authentifizierung, UDP und Stationszustände, Client-Feedback und Stationsmeldungen und Routing und Signalweg.